Methodik des Erwerbsstatus-Rechners
Der Toolflux Erwerbsstatus-Rechner spiegelt den Algorithmus aus dem öffentlichen DRV-Selbstcheck Erwerbsstatus eins zu eins. Diese Seite erklärt, wo die Daten herkommen und was wir damit machen.
Datenquelle: DRV-Schnittstelle
Die Deutsche Rentenversicherung betreibt unter selbstcheck-erwerbsstatus.deutsche-rentenversicherung.de/ches-selbstcheck-backend eine öffentliche Schnittstelle für ihren eigenen Selbstcheck. Sie liefert die Fragenliste pro Rolle (Auftragnehmer, Auftraggeber) und vergibt für jede Antwort einen festen Punktwert. Genau diese Schnittstelle haben wir abgefragt und verifiziert: 109 Antwort-Deltas in der Auftragnehmer-Sicht, 108 in der Auftraggeber-Sicht.
Der Score ergibt sich additiv: Startwert -8, jede Antwort verschiebt den Score um einen festen Betrag, Reichweite -76 bis +39. Am Ende stehen drei Zustände, die wir 1:1 von der DRV übernehmen: EMPLOYED (abhängig beschäftigt), UNCLEAR (Grenzfall), SELF_EMPLOYED (selbstständig).
Die abgefragten Daten liegen als statische JSON-Dateien im Repo - der Rechner ruft die DRV-Schnittstelle zur Laufzeit nicht an. Das hält deine Antworten im Browser und macht das Tool unabhängig von der Verfügbarkeit der DRV-Backend-Infrastruktur.
Rechtsgrundlage: amtliches Werk im Sinne von § 5 UrhG
Wir behandeln die DRV-Fragen als amtliches Werk im Sinne von § 5 Abs. 2 UrhG („andere amtliche Werke, die im amtlichen Interesse zur allgemeinen Kenntnisnahme veröffentlicht worden sind"). Die DRV publiziert den Fragenkatalog öffentlich auf ihrer Selbstcheck-Seite; die Übernahme erfolgt mit Quellenangabe und ohne den Eindruck zu erwecken, der Rechner sei das amtliche Original. Eine abschließende gerichtliche Klärung speziell zu diesem Fragenkatalog kennen wir nicht; wir halten die Einordnung für die rechtssicherste verfügbare Auslegung und kennzeichnen Quellen entsprechend.
Konsequenzen für diesen Rechner:
- DE-Fragen und DE-Antworten werden 1:1 aus der DRV-Schnittstelle übernommen, mit Quellenangabe direkt am Tool.
- EN-Übersetzungen sind klar als Toolflux-Eigenleistung gekennzeichnet („Translation: Toolflux. Original DE: …"). Der DE-Originaltext ist im EN-Modus per Hover sichtbar.
- Editorische Ergänzungen (Hilfetexte, BAGSV-Vergleich) sind in unserer Stimme verfasst und nicht als DRV-Original markiert.
BAGSV-Track: faithful + Toolflux-Operationalisierung
Die zweite Bewertung im Rechner stützt sich auf das BAGSV-Positionspapier vom 08.10.2024. Was übernehmen wir wie:
- Kriterien-Texte und -Reihenfolge: verbatim oder als enge Paraphrase aus dem BAGSV-PDF. Alle 12 Positivkriterien stehen in der Reihenfolge der BAGSV-Detail-Abschnitte. Die zwei Schwerpunkt-Kriterien (Stundenhonorar/Vorsorgefähigkeit, tatsächliche Altersvorsorge) sind im Tool als „Schwerpunkt" gekennzeichnet - so wie BAGSV sie ausdrücklich nennt.
- Strukturelle Treue: Kriterium 2 (Altersvorsorge) wird im Tool als Kompositum mit vier alternativen Wegen abgebildet - genau wie BAGSV es schreibt. Mindestens ein Weg muss erfüllt sein, dann gilt das Kriterium als erfüllt.
- Toolflux-Operationalisierung (explizit ausgewiesen): BAGSV vergibt selbst keine Punkte und keine Bewertungsbänder. Wir zeigen einen Erfüllt-Zähler (X von 12) plus eine Schwerpunkt-Anzeige (beide / einer / keiner der zwei Schwerpunkte erfüllt). Wir interpretieren „deutlich höheres Stundenhonorar" als Selbsteinschätzung gegen vergleichbar qualifizierten Angestellten - das ist die BAGSV-Lesart, ohne dass wir eine konkrete Eurogrenze setzen.
- Was wir bewusst NICHT tun: kein eigenes Punkte-Schema, keine Bänder („wenig/mittel/viel"), keine erfundenen Schwellenwerte. Der Rechner ist eine treue Darstellung des BAGSV-Vorschlags, nicht eine eigene Bewertungs-Heuristik.
Was nicht im Rechner steckt
Der Rechner liefert die DRV-Punktzahl plus Hebel-Anzeige und einen parallelen Vergleich mit den BAGSV-Positivkriterien als Reformvorschlag. Was er NICHT leistet:
- Keine Rechtsberatung. Der Rechner zeigt eine Heuristik. Verbindliche Einschätzungen kommen von der DRV (im Statusfeststellungsverfahren, Antrag mit Formular V0027 plus Anlage C0031) oder von einer Fachanwältin für Sozialrecht.
- Keine Vorhersage des Bescheids. Im echten Verfahren prüft die DRV-Sachbearbeitung das Gesamtbild und kann von der reinen Rechenlogik abweichen.
- Keine Speicherung der Antworten. Die Bewertung läuft im Browser; deine konkreten Antworten verlassen das Gerät nicht. An PostHog gehen ausschließlich anonyme Nutzungssignale: pro beantworteter Frage ein Fortschritts-Ping (welche Frage, nie welche Antwort) und am Ende des Fragebogens ein Ergebnis-Event mit Score, DRV-Verdict, BAGSV-Erfüllt-Zähler, ob die beiden Schwerpunkt-Kriterien erfüllt sind, Blickwinkel (Auftragnehmer/Auftraggeber) und Sprache. Keine Antwort-Inhalte, keine personenbezogenen Daten.
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Die DRV-Kriterien im Detail erklären, was die DRV im Statusfeststellungsverfahren prüft, welche acht Prüfkategorien daraus werden, und welcher Reformvorschlag (BAGSV) auf dem Tisch liegt.
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